Laborspülkraft hat Anspruch auf Tarifvergütung

Eine in einem Labor mit dem Spülen von Glasgeräten beschäftigte Arbeiternehmerin wurde vom Bundesarbeitsgericht am 30. Januar 2013 Vergütung nach dem allgemein verbindlichen Tarif des Gebäudereinigerhandwerks zugesprochen. Das Bundesarbeitsgericht vertrat die Auffassung, dass es sich um Unterhaltsreinigungsarbeiten handele, auch wenn die Klägerin mit „klassischen“ Reinigungsarbeiten nichts zu tun hatte. Insoweit hatte die Klägerin des Verfahrens einen Anspruch darauf, deutlich mehr Vergütung zu erhalten, da der Gebäudereinigertariflohn über ihrem Stundenlohn von 7,30 EUR lag. Arbeitgeber werden zu prüfen haben, ob sie in ihren Unternehmen ebenfalls Kräfte beschäftigen, für die der Tarifvertrag des Gebäudereinigerhandwerks in Betracht kommt. Gut beraten sind Arbeitgeber in jedem Fall, wenn arbeitsvertraglich Ausschlussfristen vereinbart werden. Dies reduziert das Risiko für einen längeren Zeitraum rückwirkend vom Arbeitnehmer in Anspruch genommen zu werden.

Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 30. Januar 2013 – 4 AZR 272/11

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