Kündigung wegen Kirchenaustritts

Ein Kirchenaustritt eines beim Caritas Verband beschäftigten Sozialpädagogen rechtfertigt grundsätzlich eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses. Dies hat das Bundesarbeitsgericht am 25. April 2013 entschieden.

Im entschiedenen Fall war der Kläger in einem sozialen Zentrum tätig, bei dem Schulkinder bis zum 12. Lebensjahr nachmittags betreut werden. Die Religionszugehörigkeit der Kinder ist ohne Bedeutung. Religiöse Inhalte werden nicht vermittelt. Nach dem der Kläger aus der Kirche austrat, kündigte der Caritas Verband.

Das Bundesarbeitsgericht wies die Kündigungsschutzklage des Klägers ab. Nach dem kirchlichen Selbstverständnis leistete der Kläger durch seine Tätigkeit im sozialen Zentrum unmittelbar Dienst am Menschen und nahm damit am Sendungsauftrag der katholischen Kirche teil. Der Caritas Verband könne von staatlichen Gerichten nicht gezwungen werden, im verkündungsnahen Bereich einen Mitarbeiter weiter zu beschäftigen, der den kirchlichen Loyalitätsanforderungen nicht gerecht worden ist und sich insgesamt von der katholischen Glaubensgemeinschaft los gesagt habe. Demgegenüber fielen die Beschäftigungsdauer seit 1992 und das Lebensalter nicht ins Gewicht, denn es gäbe auch außerhalb der katholischen Kirche und ihrer Einrichtungen Beschäftigungsmöglichkeiten für den Sozialpädagogen.

Bundesarbeitsgerichtsentscheidung vom 25. April 2013, 2 AZR 579/12.

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